![]() |
||||||||||||
Sämtliche Einnahmen des Rock For Roots kommen folgendem Projekt zugute. Nahezu alle Planer und Mitarbeiter arbeiten zu diesem Zweck ehrenamtlich.
|
||||
Das Projekt „Historisches Dorf - GANNAHALL“ |
||||
Museumsdorf und Seminarzentrum als historischer Lehr- und Erlebnisort für offene Kinder- und Jugendarbeit und Tourismus, sowie experimentelle Archäologie |
||||
![]() |
||||
Das Projekt: Die Rekonstruktion einer germanischen Siedlung der Römischen Kaiserzeit |
||||
Im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung errichteten Menschen vom
Volk der germanischen Semnonen in dichter Nachbarschaft zu anderen Siedlungen ihres
Stammes ein Dorf, welches fast 2000 Jahre später unter Historikern und Archäologen als eine
der größten jemals erschlossenen germanischen Siedlungen dieser Periode bekannt werden
sollte.
Ursprüngliche Heimat der Semnonen war der heutige Osten Deutschlands zwischen Elbe
und Oder, insbesondere das Gebiet des heutigen Raumes Berlin-Brandenburg.
Dieser, am Rand der heutigen Stadt Nauen gelegene germanische Siedlungsplatz, seine
Bewohner und deren Bedeutung für die regionale, die nationale und auch die europäische
Geschichte wird im Anhang dieser Projektvorstellung als „Historischer Hintergrund“ in
Grundzügen erläutert.
Der gemeinnützige eingetragene Verein SEMNONENBUND e.V. (Näheres zu Verein und Vereinsarbeit in der Linkliste),
plant als Bauherr und zukünftiger Betreiber die Rekonstruktion eines Teiles dieser
frühgeschichtlichen Siedlung.
Als Standort für das geplante Projekt sind die Flurstücke 96 und 97 der Flur 10 in der
Gemarkung Nauen vorgesehen, unweit vom so genannten Bärhorst, wo vor fast 2000 Jahren die Originalsiedlung stand.
Mittlerweile hat der Verein mit der Stadt Nauen einen Erbbaupachtvertrag über die o.g.
Flurstücke geschlossen und ist momentan mit den auplanerischen und rechtlichen
Grundschritten beschäftigt.
|
||||
![]() |
||||
Geplant ist der Aufbau des historischen Dorfes GANNAHALL bereits seit 2004 und findet
seitdem auch in der Öffentlichkeit breite Akzeptanz. Sowohl der Bürgermeister der Stadt
Nauen, als auch die zuständigen Behörden und die Stadtverordneten als Vertreter der
Nauener Einwohnerschaft stehen diesem Projekt zustimmend gegenüber, wie sie dem
beigefügten Referenzschreiben der Stadt Nauen entnehmen können.
Erste Planungen zur Errichtung des historischen Dorfes in den Jahren 2005 – 06, auf der
ursprünglich vorgesehenen Fläche des Flurstückes 614, angrenzend an den Nauener
Bürgerpark und die Graf-Arco-Straße, scheiterten leider an der unzureichenden Größe
und der generellen schlechten Bebaubarkeit des Flurstückes aufgrund zu hohen
Grundwasserspiegels.
|
||||
![]() |
||||
Entstehen soll in den nächsten Jahren der möglichst authentische Nachbau eines
Segmentes der ehemaligen Siedlungsanlage von Nauen-Bärhorst, welcher etwas weniger
als ein Viertel der vermuteten Gesamtgröße des Originals haben wird.
Als Grundlage für die Planung dient der Plan zur archäologischen Erschließung am
Standort der germanischen Siedlung von 1935, welcher als Kopie des Originals und in derüberarbeiteten Version von Doppelfeld/Behm vorliegt.
|
||||
![]() |
||||
Erster Entwurf eines Lageplans mit den ins Planungsgebiet eingefügten Positionen (Flurkarte und Grabungsplan wurden maßstabsgerecht und eingenordet übereinandergelegt) |
||||
Im Folgenden dargestellt finden Sie das als Rekonstruktion geplante Teilstück des
originalen Dorfes, welches einst zum ordwestlichen Teil der Anlage gehörte. Dieses
wurde um einige spezifische Baulichkeiten aus dem weiteren Siedlungsareal ergänzt,
bzw. eine unklare Position mit einem entsprechenden Gebäude aus dem nordöstlichen
Teil der ursprünglichen Siedlung ersetzt.
Das wieder zu errichtende Segment enthält folgende Positionen: - 6 Stück germanische Langhäuser mit einer Länge von über 20 m bis 40 m (Pos. 1) - 3 Stück germanische Langhäuser von bis zu 20 m Länge (Pos. 2) - 4 Stück Grubenhäuser (Pos. 3) - 3 Stück Speicher (Pos. 4) - 3 Stück Brunnen (Pos. 5) - 2 Stück überdachte Arbeitsplätze (Pos. 6) - 2 Stück freistehende Lehmöfen (Pos. 7) - umlaufende Sicherungsanlage, bestehend aus Graben, Wall, Palisadenzaun (Pos. 8) - 1 Stück Teich (Pos. T) |
||||
![]() |
||||
Als Orientierung zu einer möglichst authentischen Rekonstruktion dienen die Bauten in
Anlagen vergleichbarer suebischer Siedlungen desselben geschichtlichen Zeitfensters, wie
z.B. die hermundurische Wehrsiedlung Funkenburg/Westgreußen oder der semnonische
Hof von Berlin-Hermsdorf, welcher auch als Vorlage für die Cover-Illustration unserer
Projektvostellung diente. |
||||
![]() |
||||
Foto der Rekonstruktion einer semnonischen Wirtschaft, bestehend aus einem so genannten mehrschiffigen Langhaus mit Wohn-Stall-Unterteilung, einem Grubenhaus in dem eine Werkstatt zur Textilproduktion dargestellt ist, sowie einem gestelzten Speicherbau. (Quelle: Einband des Buches „Als in Hermsdorf noch die Semnonen wohnten“, von Hans-Joachim Arnold) |
||||
Da, im ausgewählten Areal, an Grubenhäusern sich lediglich Eines mit Sicherheit
nachweisen lässt, diese aber als „Arbeitshäuser“ in mehrfacher Ausführung zum
zeitgenössischen Siedlungsbild gehörten, wurden zwei weitere aus ihrer Originalposition
im östlichen Teil der Befundkarte in den östlichen Teil des Projektes projiziert, während
ein in Originallage befindliches Grubenhaus (Pos. 3d), welches nur zur Hälfte eingetieft
scheint, aufgrund unklarer Anlage und Nutzung zum Projekt für experimentelle
Archäologie (P IV) ausgeschrieben wird und in die sekundäre Bauphase fällt.Ähnlich verhält es sich mit den ganz im Osten der Siedlung gelegenen drei Brunnen. Die
in der Grabungskarte nicht explizit vermerkten Speicherbauten, welche, wie auch die
Grubenhäuser, regulärer Bestandteil eines germanischen Hofes waren, wurden ebenfalls
zusätzlich ins Planungsgebiet projiziert.
Die vollständige Umsetzung des Projektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ wird
voraussichtlich einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren (primäre Bauphase / B.P.) in
Anspruch nehmen. Aus diesem Grund wird die Planung in zwei separate Bauphasen
eingeteilt und zwar die eigentliche, primäre Bauphase (P.B.), in welche fast alle Gebäude
mit klarer Befundstruktur fallen, sowie die sekundäre Bauphase (S.B.), in der die
Projekte durch experimentelle Archäologie umgesetzt werden. Die Zeitspanne der S.B. ist
nicht eingegrenzt und kann parallel zur P.B. anlaufen.
In die P.B. fallen die Errichtung der Basiselemente und Wirtschaftsbereiche. Dazu zählen
die Positionen: 1a-d, 2a-c, 3a-c, 4a-c, 6a-b, 7a, 8 und T.
Für die Errichtung im Zuge experimenteller Archäologie vorgesehen sind in der S.B. die
Positionen 1f, 1e, 2c, 3d, 5a-c und 7b als Projekte (in Folge mit P I-… gekennzeichnet).
Nähere Informationen entnehmen Sie folgender Aufstellung. |
||||
![]() |
||||
Im Detail beinhaltet die Planung folgende Positionen:
1a: Versammlungshaus Langhaus von 40 m Länge. Durch die im Grabungsplan fehlende Unterteilung in „Schiffe“, d.h. Wohn-, Wirtschafts- und Stallbereich kann dieses Haus im Original evtl. als „Versammlungshaus“ angesprochen werden. Auch die Rekonstruktion, welche zu einer der ersten baulichen Maßnahmen gehören soll, wird als solches dienen. Dort wird zukünftig nicht nur der SEMNONENBUND e.V. seine Vereinsversammlungen abhalten, auch Gästen des historischen Dorfes GANNAHALL wird das Langhaus als Tagungsort für z.B. themenbezogene Seminare oder zur Begehung diverser Feierlichkeiten zur Verfügung stehen. |
||||
![]() |
||||
Romantische Darstellung vom Inneren eines, so genannten, Hallenhauses, wie es ähnlich z.B. in den völkerwanderungszeitlichen Sagen Mittel- und Nordeuropas beschrieben. Der Baustil dieser Gebäude hat sich im germanischen Kulturkreis von der Bronzezeit an, bis ins Frühmittelalter hinein kaum verändert (Quelle: unbekannt) |
||||
1b: Museums-Haus I Langhaus von 20 m Länge. Auch hier fehlt im Grabungsbefund die typische Aufteilung. Dieses Gebäude (ebenfalls erste Bauphase) soll als Museumshaus dienen, in welchem unter anderem Replikate von zeitgenössischen Funden aus dem Havelland ausgestellt werden und weitere historische Fakten zum Thema, z.B. mittels Schautafeln, vermittelt werden sollen. |
||||
![]() |
||||
Rekonstruktion eines ähnlichen Hauses wie 1b auf der Funkenburg/Westgreußen. Diese Art Langhaus, ohne die typische Unterteilung dürfte bei den, den Semnonen kulturell eng verwandten Hermunduren (heutiges Thüringen) zum Beginn der Zeitrechnung, kaum anders ausgesehen haben als zeitgenössische Bauten mit ähnlicher Nutzung ( diente wohl als Versammlungs- & Gästehaus) z.B. im Havelland. (Quelle: www.funkenburg-westgreussen.de) |
||||
1c: Gästehaus I „Wohnen wie vor 2000 Jahren“ soll übernachtungswilligen Gästen in diesem mehrschiffigen Langhaus von ca. 25 m Länge ermöglicht werden. Von der zentralen„Diele“ gehen links und rechts jeweils ein Wohn- und Schlafbereich für jeweils bis zu 8 Personen ab. Dieses Haus schien im Original vierfach unterteilt, klar erkennbar sind jedenfalls Wohnund Wirtschaftsbereich, wohingegen eine weitere, nicht näher identifizierbare Unterteilung im größeren Stallbereich gelegen haben könnte. Dieses Langhaus soll in einer späteren Bauphase im Rahmen experimenteller Archäologie errichtet werden. Das bedeutet, dass neben Fachleuten aus den Bereichen Geschichte und Archäologie und Arbeitsgruppen aus dem Umfeld des Vereins, auch interessierte Besucher und Gäste hier die Gelegenheit erhalten sollen, mit den Materialien, Werkzeugen und Möglichkeiten, die in den ersten Jahren u. Zr. den Bewohnern des Havellandes zur Verfügung standen, dieses Gebäude zu errichten. Experimentelle Archäologie ist als weiterführende Maßnahme für die Vor- und Frühgeschichtsforschung mittlerweile unverzichtbar. |
||||
![]() |
||||
Innenansicht des Wohnbereiches eines germanischen Langhauses im germanischen Freilichtmuseum Elsarn/Österreich (Quelle: www.freilichtmuseum-elsarn.at) |
||||
|
||||
1e und 1f: „Projekt-Häuser P.I und P.II“ Bei beiden Häusern scheint es sich, dem Grabungsbefund zufolge um reine Stallhäuser zu handeln. Da eingehende Recherchen, bzw. Publikationen zu diesen beiden Häusern nicht vorliegen, werden diese als Projekte für die experimentelle Archäologie ausgeschrieben und zur Recherche und Umsetzung an Fachleute entsprechender Forschungsrichtungen vergeben. Eine spätere Nutzung wird voraussichtlich dementsprechend musealen Charakter haben. |
||||
2a: Wirtschaftshaus
„Einschiffiges“ germanisches Wohnhaus von 10 m Länge. Dieses Gebäude soll zur Unterbringung und Lagerung diverser Requisiten und Werkzeuge dienen. 2b: Museumshaus II Dreischiffiges Langhaus von 15-20 m Länge, mit unterteiltem Wohn-, Stall- und Wirtschaftsbereich. Hier soll anschaulich das Leben unserer Vorfahren auf museale Art dargestellt werden. |
||||
2b: Museumshaus II Dreischiffiges Langhaus von 15-20 m Länge, mit unterteiltem Wohn-, Stall- und Wirtschaftsbereich. Hier soll anschaulich das Leben unserer Vorfahren auf museale Art dargestellt werden. |
||||
![]() |
||||
Ähnlich wie in diesem Gebäude im frühmittelalterlichen Museumsdorf Bln.-Düppel, soll auch in GANNAHALL der zeitgenössische Alltag u.a. museal dargestellt werden. (Quelle: www.dueppel.de) |
||||
2c: „Projekt-Haus P.III“ Zweischiffiges Wohn-Stallhaus von knapp 20 m Länge und speziellem Grundriss. Wird ausgeschrieben als Projekt für experimentelle Archäologie. |
||||
3a, 3b, 3c: Grubenhaus I, II und III Zeitgenössische eingetiefte Wirtschaftshäuser von quadratischer, bis leicht rechteckiger Grundfläche und 4 m – 8 m Seitenlänge. Dieser Typ Haus wurde, aufgrund seines angenehmen Raumklimas, vor allem während des Sommers, als Wirtschafts- und Arbeitshaus genutzt. In erster Linie wurden sie als Webhütten genutzt, welche den Frauen mehrerer Höfe zur Verfügung standen, welche dort in Gemeinschaft ihrem Handwerk nachgingen. In 3a soll Museumscharakter haben. Verschiedene Webstühle und sonstige Textilverarbeitungsgeräte und entspr. Werkzeuge sollen hier ausgestellt werden. In 3b werden interessierte Gäste die Möglichkeit haben, die in 3a ausgestellten Gerätschaften auszuprobieren und sich selbst einen Eindruck von den Möglichkeiten der traditionellen germanischen Textilverarbeitung zu verschaffen. |
||||
![]() |
||||
Einblick ins Innere eines Grubenhauses in welchem eine Webstube angedeutet ist. Diese eingetieften Häuser dienten nachweislich in der Hauptsache als Werkstätten. Diese Abbildung entstammt eventuell einem Schulbuch der Nachkriegszeit. (Quelle: unbekannt) |
||||
3d: „Projekt-Grubenhaus P.IV“ Diese Grubenhaus scheint, laut Grabungsplan, nur zur Hälfte eingetieft gewesen zu sein. Über Aufbau und Nutzung besteht unsererseits leider Unklarheit. Da dieses Gebäude sich jedoch im von uns zu rekonstruierenden Areal befindet und für Archäologen, bzw. Historiker entsprechender Fachrichtung evtl. ein interessantes Forschungsobjekt darstellt, wird 3d als P.IV für experimentelle Archäologie ausgeschrieben. |
||||
4a-c: Gestelzte Speicherbauten Dieser Gebäudetyp diente zur Lagerung von Landwirtschaftlichen Erzeugnissen, in erster Linie zur Aufbewahrung von Getreide. Die Formen der Grundfläche können sowohl quadratisch oder rechteckig, als auch trapezförmig, oval oder in Einzelfällen sogar rund sein. Ursächlicher Zweck der Nutzung und technisches Grundprinzip dieser Bauten ist jedoch allen gemein. Die Anlage als gestelzter Bau soll die eingelagerten Lebensmittel vor allem vor Hochwasser, bzw. Bodennässe und Parasiten, wie Insekten, Mäusen und Ratten schützen. Letzterer Zweck konnte durch spezielle Behandlung des Unterbaus (verkohlen der Pfähle, bzw. bestreichen mit diversen Harzen u.ä.) verstärkt werden. Da im Ausgrabungsplan auf Feststellung und entspr. Analyse eventueller Speicherbauten verzichtet wurde, werden in nächster Zeit die belegten Typen zeitgenössischer Speicherbauten unserer Region recherchiert und daraufhin die gebräuchlichsten rekonstruiert. |
||||
![]() |
||||
Beispiel eines typisch germanischen Speicherbaus aus Elsarn/Österreich (Quelle: www.freilichtmuseum-elsarn.at) |
||||
5a: Brunnen Da eine eingehende wissenschaftliche Analyse der in Nauen-Bärhorst freigelegten Brunnen nicht vorliegt, wird zur Rekonstruktion derselben auf die fachliche Abhandlung des Archäologen und Spezialisten auf dem Gebiet des germanischen Brunnenbaus, Peter Schöneburg (Sonderdruck aus „Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landesmuseums für Ur- und Frühgeschichte“ Bd. 30, 1996) zurückgegriffen, in welcher 13 Korbgeflechtbrunnen, 7 Kastenbrunnen, 1 Baumstammbrunnen, 1 zylindrischer Brunnen in Stabbautechnik, 1 Kastenbrunnen mit eingebautem Baumstamm und 1 Korbgeflechtbrunnen mit Steinkranz (alle aus der semnonischen Siedlung von Dallgow- Döberitz) eingehend beschrieben werden. Brunnen 5a wird in der ersten Bauphase als Kastenbrunnen errichtet. |
||||
![]() |
||||
Kastenbrunnen in „Blockbauweise“ sind aufgrund der massiveren Bauweise langlebiger als beispielsweise Korbgeflechtbrunnen, sind trotzdem weit verbreitet im semnonischen Siedlungsgebiet. (Quelle: „Als in Hermsdorf noch die Semnonen wohnten“, von Hans-Joachim Arnold) |
||||
5b, 5c: „Projekt-Brunnen P.V und P.VI“ Beide Brunnen werden in späteren Bauphasen innerhalb von Projekten der experimentellen Archäologie errichtet. 5b soll als Korbgeflechtbrunnen und 5c als Baumstammbrunnen rekonstruiert werden. |
||||
6a-b: Zwei überdachte Arbeitsstellen, Schmiede und Bäckerei Fast jede größere kaiserzeitliche Siedlung im Havelland verfügte über eine oder mehrere Schmiedeplätze. Diese scheinen, wie auch die verschiedenen Arten von Öfen, generell in einiger Entfernung zu den Gebäuden errichtet worden zu sein. In der Regel boten nur leichte Holzkonstruktionen, bestehend aus Ständerwerk, Dach und zwei- bis dreiseitige Windfänge aus Korbgeflecht dem Handwerker Schutz. Selten sind Hinweise auf die Anlage einer Schmiede beispielsweise in einem Grubenhaus. Hier sollen die traditionellen Schmiedewerkzeuge nicht nur ausgestellt werden, sondern auch praktischer Nutzung zur Verfügung stehen. Da es sich beim Schmieden um keine geräuscharme Tätigkeit handelt, wird die Überdachung zur Schmiede sich im hinteren Teil des historischen Dorfes befinden, sowie mit dem offenen Bereich des Arbeitsplatzes in Richtung Kanal zeigen um den nächsten Anwohnern eine Belastung durch Lärmemission zu ersparen. Der traditionelle Backofen ist von ähnlicher Konstruktion und Anlage wie der Ton- Brennofen (7a). Ein bis zwei dieser großen halbkugeligen Lehmöfen dienten der kompletten Einwohnerschaft einer mittelgroßen germanischen Siedlung zum Backen von Teigwaren, Fleisch und anderen Nahrungsmitteln. |
||||
![]() |
||||
Überdachter Backplatz im hermundurischen Museumsdorf Funkenburg (Quelle: www.funkenburg-westgreussen.de) |
||||
7a: Brennofen für Keramik Unverzichtbar war im germanischen Dorf der römischen Kaiserzeit die Existenz eines Ofens zum Brennen von Tonwaren. Die übliche Bauweise fußt auf einem Weidengeflecht- Skelett, welches dem folgenden Lehmbewurf Form und Stabilität verlieh. Als Vorlage soll ein zeitgenössisches Exemplar vom Siedlungsplatz Nauen-Mahlbusen dienen. Auch hier freistehende Überdachung. |
||||
![]() |
||||
Schematischer Querschnitt eines Tonbrennofens. (Quelle: „Als in Hermsdorf noch die Semnonen wohnten“, von Hans-Joachim Arnold) |
||||
7b: Rennofen Zur Verhüttung von Eisenerz (im Havelland vornehmlich sog. Raseneisenerz) nutzen die Germanen des Havellandes in der Regel die einfache aber effektive Konstruktion des Rennofens. Da diese Öfen nur eine kurze Lebenserwartung hatten, finden sich ihrer viele in semnonischen Siedlungen der Kaiserzeit. Keine separate Überdachung. |
||||
8: Sicherungsanlage mit Graben, Wall und Palisadenzaun Für das Germanendorf von Nauen-Bärhorst kann eine quadratische Sicherungsanlage, bestehend aus mind. einer Reihe Palisaden (evtl. zwei Reihen auf Wall?) als sicher angenommen werden, auch wenn sich eine solche Umgrenzung lediglich für den nordöstlichen Randbereich der Siedlung nachweisen lässt. Im Original betrugen die Seitenlängen des Palisadenzaunes weit über 150 m! |
||||
![]() |
||||
Palisadenzaun mit Tor als eine der Sicherungsanlagen der hermundurischen Wehrburg Funkenburg in Thüringen (Quelle: www.funkenburg-westgreussen.de) |
||||
T: Teich Innerhalb der Siedlung von Nauen/Bärhorst befanden sich, mittig am westlichen Rand zwei verschieden große, kreisrunde Teiche, welche im ursprünglichen Grabungsplan als „Tümpel“ aufgeführt werden. Diese könnten sowohl als Feuerlöschteich, als auch zur Senkung des Grundwasserspiegels gedient haben. Jedenfalls kann eine gezielte Anlage der Teiche innerhalb der Siedlungsgrenze als sicher angenommen werden, weshalb auch diese, in unserem Areal befindliche Anlage in GANNAHALL wiedererrichtet werden soll. Aufgrund des begrenzten Platzangebotes werden die beiden Teiche zu einem zusammengelegt. |
||||
|